Vorra1
Meine Ergebnisse:

W 1:0 Maximilian Körber (1186) SC Stein
S ½ – ½ Martin Drees (1603)TSV Cadolzburg
W 1:0 Sebastian Hoffmann (1196) SC NT Nürnberg
S ½ – ½ Adrian Siegl (1730) SW Nürnberg Süd
S ½ – ½ Alexander Petrashov (1665) SW Nürnberg Süd
W 1:0 Jonas Schmucker (1177) SC NT Nürnberg
W 1:0 Christian Barani (1207) SC Bechhofen

Damit habe ich mich sowohl im Turnierschach als auch im Blitzschach jeweils als Zweiter für die Bayerischen Meisterschaften qualifiziert.

Eine spannende und erlebnisreiche Meisterschaft war das in Vorra bei winterlichem Wetter die ganze Woche über. Am ersten und letzten Tag schneite es kräftig und tauchte das Pegnitztal in der Hersbrucker Schweiz in ein wunderschönes Weiß.

Der Weltmeister im Kopfrechnen war auch dabei (mein Gegner in der 2. Runde, Martin Drees). Wie habe ich gestaunt, als ich am Samstagabend nach der Meisterschaft plötzlich meinen Gegner aus Runde 2 in der ARD in der Sendung „Klein gegen Groß – Das unglaubliche Duell“ über den Bildschirm flimmern sah, wo er in Sekundenschnelle Rechenaufgaben im Kopf schneller löste als Uli Hoeneß mit dem Taschenrechner. Den sympathischen Dreizehnjährigen hatte ich zuletzt 2009 bei einem Türmchenturnier in Bergrheinfeld gesehen, seitdem hat er sich auch schachlich gut weiterentwickelt und gehörte in Vorra in der Setzliste zu den vier besten. Im Turnier wurde Martin Drees am Ende Fünfter, weil es ihm noch ein wenig an Erfahrung fehlte. Ich bin aber sicher, dass man auch im Schach noch von ihm hören wird. Die Partie gegen ihn war ausgeglichen und endete remis.

Zu den einzelnen Runden:

In der 1. Runde spielte ich mit Weiß gegen Maximilian Körber (1186, SC Stein). Ich opferte mehrere Bauern und bekam dafür starken Angriff, der in Materialgewinn und eine Gewinnstellung mündete, worauf mein Gegner aufgab.

In Runde 2 spielte ich mit Schwarz dann gegen Martin Drees (1603, TSV Cadolzburg). Ich hatte übrigens gegen alle starken Spieler Schwarz. Die Partie verlief ausgeglichen und keiner von uns konnte sich einen nennenswerten Vorteil erarbeiten – Unentschieden nach 42 Zügen.

In der 3. Runde hatte ich dann wieder Weiß, mein Gegner hieß diesmal Sebastian Hoffmann (1196, NT Nürnberg). Hoffmann spielte ein starkes Turnier und wurde am Ende Vierter mit großem DWZ-Zuwachs. Ich konnte in der Eröffnung zwei Bauern gewinnen und Stellungsvorteil erreichen, später gewann ich noch eine Qualität und dann das Endspiel.

In Runde 4 spielte ich wieder mit Schwarz gegen einen der Turnierfavoriten, Adrian Siegl (1730, SW Nürnberg Süd, Zweiter der Setzliste). Die Analyse der Partie ergab später nahezu fehlerfreies Spiel von beiden Seiten, keine ernsthaften Gewinnchancen, folglich endete diese Partie remis.

In der 5. Runde bekam ich es mit Schwarz mit dem mehrfachen bayerischen Meister Alexander Petrashov zu tun (1665, SW Nürnberg Süd, Dritter der Setzliste). Die Partie verlief lange ausgeglichen und jeder von uns wollte gewinnen, es gab auch keine Remisgebote. Im Endspiel beging Petrashov im 55. Zug einen schweren Fehler, als er seinen Springer abtauschte und ich dadurch einen Bauern gewann. Leider verhielt ich mich im Bauernendspiel dann in den letzten Zügen nicht richtig, so dass sich Petrashov ins Remis retten konnte. Dieses Unentschieden kostete mich möglicherweise den 1. Platz, den Petrashov am Ende mit 6,5 aus 7 erreichte.

In Runde 6 hatte ich Weiß gegen Jonas Schmucker (1177, NT Nürnberg). Mein Gegner wählte die Skandinavische Verteidigung. Beide Seiten konnten ihre Figuren gut entwickeln, ich bekam jedoch langsam Stellungsvorteil, den ich stetig ausbauen konnte. Im Königsangriff verlor mein Gegner dann einen Turm (bei richtiger Verteidigung wäre es nur eine Leichtfigur gewesen) und gab nach 38 Zügen auf.

Runde 7 gegen Christian Barani (1207, SC Bechhofen) wurde sehr spannend. Die französische Abtauschvariante erwies sich als wenig geeignet für mein Spiel, in dem ich bis ins Endspiel keinen Vorteil erringen konnte. Ich mußte jedoch unbedingt gewinnen, da auch meine Mitkonkurrenten um die Qualifikationsplätze, Petrashov und Siegl, in Runde 6 und 7 voll gepunktet hatten. Nach mehr als vier Stunden provozierte ich mit einem Königszug ein Schach des Gegners, durch welches ich die Springer abtauschen konnte und in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickelte.

Dieser hart erkämpfte Sieg brachte mir dann Platz 2 und damit die Qualifikation zur Bayerischen Einzelmeisterschaft Anfang April in Bad Kissingen. Adrian Siegl belegte bei gleicher Punktzahl Platz 3 (5,5 aus 7), hatte jedoch in der Summe die schwächeren Gegner und damit die schlechtere Buchholz-Zweitwertung. Der Bezirk Mittelfranken wird jedoch für Siegl einen Freiplatz bei der Bayerischen Meisterschaft beantragen, da er knapp Dritter wurde, eine hohe DWZ besitzt und der Schachbezirk Mittelfranken ohnehin sehr stark besetzt ist.

Da ich mich sowohl im Turnierschach als auch im Blitz für die Bayerische Meisterschaft qualifizieren konnte, kann ich natürlich mit dem Verlauf der Mittelfränkischen Meisterschaft sehr zufrieden sein. Einziger Wermutstropfen war der verschenkte Sieg gegen Petrashov.

Für meine Vereinskollegen Kristin und Robert lief es diesmal leider nicht so gut. Kristin startete allerdings eine Altersklasse höher, in der U18 und wurde 11. mit 3,5 Punkten. Robert erwischte in seinem ersten Jahr in der U16 einen schlechten Start, der ihn am Ende die Qualifikation kostete. Er kam dann besser ins Turnier, 4 Punkte bedeuteten dann in einer Altersklasse großer Leistungsdichte am Ende Platz 6, nur einen halben Punkt hinter Qualifikationsplatz 2, den am Ende Valentin Krasotin erreichte.

Artikel beim SC Forchheim

Artikel bei Schwarz-Weiß Nürnberg Süd

Umfangreiche Berichterstattung bei der Mittelfränkischen Schachjugend

Fotos:

Siegerehrung Mittelfränkische Meisterschaft Turnierschach U14 2013

Siegerehrung Mittelfränkische Meisterschaft Turnierschach U14 2013

Siegerehrung Mittelfränkische Meisterschaft Blitzschach U14 2013
Siegerehrung Mittelfränkische Meisterschaft Blitzschach U14 2013

Alexander Petrashov gegen Adrian Wichmann Runde 5

Alexander Petrashov gegen Adrian Wichmann Runde 5



Ein antwort

  1. […] Adrian Wichmann Die Jugendherberge Vorra im Hersbrucker Land ist seit Aschermittwoch Schauplatz der Mittelfränkischen Jugendmeisterschaften U12-U18. Aus unseren Reihen kämpft ein Trio um die Qualifikation zur Bayerischen Ebene. In der U16 ist Robert Wagner, in der U14 Adrian Wichmann am Start. Für Adrian ist es die Premiere nach mehreren Titelgewinnen in Oberfranken. In der U18 will sich Kristin Braun durchbeißen. Wir wünschen unserem Nachwuchs viel Erfolg! Kristin Braun und Jörg Wichmann werden uns mit aktuellen Ergebnissen und Berichten versorgen. Herzlichen Dank dafür schon im Voraus. Adrian hat sich am Freitag als Zweiter (5,5 Punkte aus 7 Runden), einen halben Punkt Rückstand auf den Sieger Adrian Siegl, zum fünften Mal hintereinander für die Bayerische Blitzmeisterschaft qualifiziert, diesmal als Mittelfränkischer Blitz-Vizemeister der U14. Ergebnisse Adrians Blog […]

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