Das Erfurter Schachfestival 2014 ist Geschichte. Nach einem schlechten Start (0 aus 3) konnte ich mich steigern und das Turnier sogar noch mit einem leichten Plus beenden, obwohl mein Gegner in Runde 4 nicht erschien. Mein Setzlistenplatz verbesserte sich um 25 Plätze. Im Hotel sahen wir Udo Lindenberg!

Meine Ergebnisse:

1 59 63 Eber Fabian 2021 2085 GER SG Fürth 4.5 w 0
2 74 91 Nowak Thomas 2096 2009 GER BSG Grün-Weiß Leipzig 4.0 s 0
3 74 103 Nguyen Huy Dat 1993 1990 GER SV Medizin Erfurt 2.5 s 0
4 75 134 Schönbeck Stephan 1947 1914 GER Muldental Wilkau-Haßlau 0.0 w 1K
5 68 85 Spitzl Philipp 2081 2023 GER SC Ladja Roßdorf 3.5 w ½
6 69 99 Kardoeus David 2072 1997 GER SAbt SV Werder Bremen 3.5 s 1
7 57 95 Berberich Christoph 2060 2004 SUI SK Freiburg Zähringen 3.0 w ½
8 56 98 Zahn Alina 1992 1998 GER SV Empor Erfurt 3.5 s ½

Bericht:

Nach 2009 (Amateurturnier) und 2010 (Hauptturnier) spielte ich in Erfurt diesmal das erste Mal im Meisterturnier, das auf der 17. Etage des Radisson Hotels ausgetragen wurde. Leider begann unmittelbar vor der 1. Runde eine Erkältung, die das ganze Turnier andauerte.

Zu den Runden:

Runde 1: Ich opferte in der Eröffnung einen Bauern für aktives Figurenspiel. Im Mittelspiel versäumte ich es, durch einen vorteilhaften Abtausch in ein Endspiel mit einem Minusbauern, aber sehr aktiven Figuren, abzuwickeln, da ich die Dame auf dem Brett behalten wollte. Im späteren Verlauf erwies sich diese Entscheidung als falsch, da mein Gegner dann durch gutes positionelles Spiel einen Vorteil erlangte, den er Schritt für Schritt verstärkte und in der Folge zu einem sicheren Sieg verwerten konnte.

Runde 2: Nach der Eröffnung entstand eine sehr geschlossene Stellung, in der ich keine Möglichkeiten fand, die Initiative zu erlangen. Mein Gegner konnte dagegen eine Linie öffnen und über diese mit Figuren in meine Stellung eindringen. Diese Stellung liess sich dann aufgrund schwacher Bauern nicht mehr ausreichend verteidigen.

Runde 3: Im Mittelspiel griff mein Gegner am Königsflügel an. Aufgrund eines schlecht postierten Springers fand ich keine guten Möglichkeiten, den Angriff abzuwehren. Ich fand diesmal nicht die richtige taktische Abwicklung und gelangte dadurch in ein Endspiel mit Minusqualität. Nachdem mein Gegner die Qualität zurückgab, um in ein Turmendspiel mit zwei Freibauern zu gelangen, übersah er jedoch eine Remismöglichkeit für mich, die ich an diesem Tag aber auch nicht fand, und so ging auch die dritte Partie verloren.

Runde 4: Mein Gegner Stephan Schönbeck erkrankte nach drei Niederlagen plötzlich und nahm mir somit eine Spielmöglichkeit, da er diese Erkrankung (falls existent) nicht am Vorabend gemeldet hatte und somit keine Neuauslosung mehr möglich war. Ein ähnlicher Fall passierte erst im Oktober beim Forchheim-Open, als mein Gegner während Runde 2 angeblich in sein Hotel einchecken musste und angeblich keine Telefonmöglichkeit hatte.

Runde 5: In der späten Eröffnungsphase kannte ich die Theorie nicht mehr, woraus sich für meinen Gegner ein geringer Vorteil ergab. Mein Gegner konnte seinen positionellen Vorteil jedoch nicht ausnutzen und wir gelangten in ein für mich leicht besseres, aber wohl ausgeglichenes Springerendspiel, in dem beide Seiten das letzte Risiko scheuten und so einigten wir uns im 40. Zug auf Remis.

Runde 6: Ich spielte mit Schwarz gegen einen starken Jugendlichen aus Bremen. Ich kam gut aus der Eröffnung, und es entstand eine etwa ausgeglichene Stellung. Nach einem Bauernvorstoß erreichte mein Gegner einen leichten Vorteil. Er gewann einen Bauern, dabei stellte er jedoch seine Dame ins Abseits. Deshalb bekam er keinen Angriff. Er nahm an, durch eine taktische Abwicklung Material gewinnen zu können, übersah dabei aber einen entscheidenden Gegenzug. Die daraus resultierende Gewinnstellung konnte ich dann leicht verwerten.

Runde 7: Nach einer langen Theorievariante bekam ich eine leicht bessere Stellung, die ich nicht ganz genau spielte, so dass mein Gegner wieder ausgleichen konnte. Wir einigten uns dann auf Remis.

Runde 8: Mein Plan nach der Eröffnungsphase war etwas ungenau, so dass meine Gegnerin eine bessere Stellung bekam. Sie fand jedoch keine aktiven Pläne und verlor ihren Vorteil wieder. Ich schätzte die nun für mich leicht bessere Stellung nicht ganz korrekt ein und bot Remis, was meine Gegnerin annahm.

Fazit: Nach dem schlechten Start konnte ich mich trotz meiner Erkältung wieder ins Turnier zurückkämpfen und mich auch gegen starke Jugendliche behaupten. Am Ende konnte ich sogar noch leichte Gewinne bei DWZ und Elo verbuchen und somit einen guten Jahresabschluss erreichen.



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  1. […] Adrian Wichmann Das Erfurter Schachfestival lädt bereits seit 24 Jahren kurz nach Heiligabend Schachspieler aus aller Welt zum Schlagabtausch über den Dächern der Landeshauptstadt. Unser Jugendspieler Adrian Wichmann versucht mit 229 anderen Teilnehmern im Meisterturnier sein Glück. Vielleicht findet ja der eine oder andere Kurzbericht den Weg zu uns… Wünschen wir ihm in Thüringen viel Erfolg! Turnierseite Steffans Schachseiten Adrians Schach-Blog […]

  2. […] Adrian Wichmann Das Erfurter Schachfestival lädt bereits seit 24 Jahren kurz nach Heiligabend Schachspieler aus aller Welt zum Schlagabtausch über den Dächern der Landeshauptstadt. Unser Jugendspieler Adrian Wichmann versucht mit 229 anderen Teilnehmern im Meisterturnier sein Glück. Vielleicht findet ja der eine oder andere Kurzbericht den Weg zu uns… Wünschen wir ihm in Thüringen viel Erfolg! Adrian hat auf seinem Schach-Blog einen Bericht veröffentlicht: Turnierseite Steffans Schachseiten Adrians Schach-Blog […]

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