Nach 2013 nahm ich in diesem Jahr zum zweiten Mal am Vienna Chess Open in der A-Gruppe teil. Mit mehr als 800 Spielern in vier Gruppen (A, B, C und D) aus 50 Ländern wurde ein neuer Rekord bei der Teilnehmerzahl erreicht.

Ich startete von Setzlistenplatz 309, erstmals mit einer Elo von über 2000.

Der Start in das Turnier verlief denkbar schlecht. In Runde 2 kam mein Gegner nicht, die Runden 1, 3 und 4 gingen verloren, so dass ich nach 4 Runden nur einen Kampflospunkt aufwies und zu diesem Zeitpunkt 55 Elopunkte verloren hatte.

Nach der vierten Runde lag meine Elo-Performance bei 1300, und die Aussichten für den Rest des Turnieres waren schlecht. Doch dann kam ich wie in Erfurt von Runde zu Runde immer besser ins Turnier und verlor keine einzige Partie mehr. Ich spielte in den Runden 5-9 eine Elo-Performance von 2250 und gewann am Ende sogar noch 20 DWZ-Punkte dazu, die Elo wird voraussichtlich etwa gleich bleiben. Mit 4,5 Punkten aus 9 Runden erreichte ich 50 % und landete deutlich vor meinem Setzlistenplatz.

So wurde es meine bisher beste Turnierleistung (DWZ-Leistung 2037), und ich erreichte auch meine bisher besten Einzelergebnisse mit dem Unentschieden gegen den österreichischen FIDE-Meister Mag. Christian Srienz (Elo 2270) und dem Sieg gegen den Meisterkandidaten Robert Wiesinger (2191).

Meine Ergebnisse:

Rd. Br. Snr Name Elo Land Pkt. Erg.
1 77 78 IM Kummer Helmut 2295 AUT 6.0 s 0
2 209 436 May Holger 1845 GER 2.5 w 1K
3 109 142 Lipok Christoph 2203 GER 5.5 w 0
4 185 442 Darnell Anton 1825 SWE 4.5 s 0
5 193 413 Budzyn Marcus 1900 GER 4.0 w 1
6 176 426 Bjornes Leif 1867 NOR 4.0 s ½
7 142 178 WGM Hund Barbara 2152 SUI 5.0 w ½
8 133 98 FM Srienz Christian Mag. 2270 AUT 4.5 w ½
9 125 150 MK Wiesinger Robert 2191 AUT 3.5 s 1

Zu den Runden:

Runde 1: Ich verlor in der Eröffnung einen Bauern, für den ich nur kurz Kompensation bekam. Nachdem ich nicht den richtigen Plan fand, ging ein weiterer schwacher Bauer verloren und damit auch die Partie.

Runde 2: Mein Gegner erschien nicht zur Partie, da er wohl dachte, die Runde wäre wie die nächsten Runden um 17 Uhr.

Runde 3: Nach einer taktischen Abwicklung in der Eröffnung öffnete sich die Stellung, wobei mein König in der Mitte blieb. Mein Gegner hatte daraufhin kaum Probleme, meine Felderschwächen und meine schlechte Königsstellung auszunutzen und ich konnte seinem Angriff nichts entgegensetzen.

Runde 4: Nachdem mein Gegner einen Bauern opferte, kam ich in eine schwierige Stellung, in der es mir nicht gelang, sein Spiel einzuschränken. Nach 20 Zügen stand ich bereits verloren, durch mehrere Fehler kam ich wieder zurück in die Partie und gelangte in ein schwieriges, aber remis zu haltendes Turmendspiel. Jedoch fand ich nicht den richtigen Weg und verlor die Partie.

Runde 5: Ich kam etwas schlechter aus der Eröffnung, doch mein Gegner griff zu optimistisch an und opferte einen Bauern. Durch einen genauen Zug konnte ich seinen Angriff abblocken und startete selbst einen Angriff auf seinen König, dem er nicht standhielt.

Runde 6: Ich geriet in eine äußerst remislastige Eröffnungsvariante, gegen die mir leider nicht viel einfiel.

Runde 7: Nach der Eröffnung hatte ich einen Bauern mehr, ohne dass meine Gegnerin Kompensation dafür hatte. Ich beging jedoch einige Ungenauigkeiten und kam in eine sehr gedrückte Stellung, in welcher ich lange nachdenken musste. Dadurch kam ich in Zeitnot und durch einige Fehler an den Rand einer Niederlage. Durch ungenaues Spiel meiner Gegnerin konnte ich jedoch wieder ausgleichen und nach dreimaliger Stellungswiederholung endete die Partie remis.

Runde 8: Mein Gegner wählte ein äußerst ungewöhnliches Eröffnungssystem. Nach der Eröffnung entstand eine komplizierte Stellung, die keiner überblicken konnte und da niemand etwas riskieren wollte, nahm ich ein Remisangebot meines Gegners an.

Runde 9: Ich kam gut aus der Eröffnung, beging jedoch einen positionellen Fehler und hatte daraufhin einen sehr schlechten Läufer. Durch mehrere Figurentausche konnte ich meine Stellung wieder etwas verbessern. Dadurch, dass mein Gegner angestrengt nach einem Gewinnplan suchte, geriet er in Zeitnot, konnte einen Fehler von mir nicht ausnutzen und überschritt im 59. Zug in einer ausgeglichenen Stellung die Zeit.

Artikel beim SC Forchheim zum Vienna Chess Open 2015



Ein antwort

  1. […] IM Léon Mons Mit mehr als 800 Spielern in vier Kategorien hat das 19. Vienna Chess Open auch Dank vierer Forchheimer einen neuen Teilnehmerrekord erreicht. In Österreichs Hauptstadt tummeln sich IM Léon Mons (7,0 Punkte/15. Platz/ELO +0), der für seinen neuen Bundesliga-Club SC Hansa Dortmund antritt, sowie unsere U20-Truppe Johannes Mann (5,5/97./-5), Florian Ott (4,5/191./+14) und Adrian Wichmann (4,5/232./-4) im A-Open an. Im ehrwürdigen Ambiente des Wiener Rathauses sind alleine 17 Großmeister dabei, wenn es um Punkte, Plätze und Preise geht. Wir wünschen unserem Quartett an der Donau viel Erfolg und hoffen auf einige kleine Berichte aus dem Süden… Turnierseite Live-Partien Bericht auf Adrians Blog […]

Antwort senden

You must be logged in to post a comment.

Forni di Sopra 2017 A-Open

Forni di Sopra A-Ope

Das erste offene Turnier in diesem Jahr! Im Februar Schule, ...

Wandelhalle Bad Wiessee Offene Bayerische Schachmeisterschaft 2016

OIBM Bad Wiessee 201

2016 fand die Offene Internationale Bayerische Schachmeisterschaft das letzte Mal ...

Bayerische Blitzmeisterschaft 2016 Kelheim U20

Bayerische Blitzmeis

Der Wittelsbacher Hof ist nun das Hotel Dormero. Wie im ...

Wunsiedel Open Schach 2016 Fichtelgebirgshalle

Wunsiedel Meistertur

Zum 10. - und vorerst letzten - Mal fand in ...