2016 fand die Offene Internationale Bayerische Schachmeisterschaft das letzte Mal in der Wandelhalle in Bad Wiessee am Tegernsee statt. 2017 bleibt das Turnier am Tegernsee, zieht dann jedoch nach Gut Kaltenbrunn in Gmund um, da die Wandelhalle dann anderen Zwecken dienen soll.

Für mich wurde es mit einer Leistung oberhalb der 2000er Marke und 5 aus 9 mein bisher bestes Turnier in Bad Wiessee, die DWZ steigt um 17, die ELO um 42 Punkte (Höchststand). Es war jedoch noch viel mehr drin, denn in Runde 7 vergab ich den Sieg nach 5 Stunden Spielzeit durch einen Figureneinsteller, nachdem ich zuvor eine Mehrfigur und eine klar bessere Stellung hatte, zudem hatte mein Gegner FM Heimrath nur noch 5 Minuten auf der Uhr.

Zu den Runden:

Runde 1:  Nach der Eröffnung hatte ich keinen besonders großen Vorteil und die Stellung war etwa ausgeglichen. Mein Gegner machte danach jedoch mehrere Fehler, was zu einem leicht gewonnenen Endspiel für mich führte.

Runde 2: Nachdem ich mich in der Eröffnung für die falsche Idee entschied, gelangte ich in Nachteil und wickelte in ein deutlich schlechteres Doppelturmendspiel ab. Dieses Endspiel mit einer sehr passiven Stellung konnte ich nicht verteidigen.

Runde 3: Ich stand zunächst besser, doch eine fehlerhafte Abwicklung brachte mich in ein Endspiel mit nur einem minimalen Vorteil. Dabei stellte mein Gegner seine Figuren ungünstig auf, was schließlich zum einem Qualitätsgewinn führte, woraufhin er aufgab.

Runde 4: Die Auslosung bescherte mir den Bindlacher Landesligaspieler Joerg Heimerdinger, gegen den ich erst kurz vorher in der Liga verloren hatte. Ich kam schlecht aus der Eröffnung und hatte durch einen rückständigen Bauern eine sehr passive Stellung. Es gelang mir jedoch, am Königsflügel Gegenspiel zu bekommen, wodurch ich doch noch einen halben Punkt mitnehmen konnte.

Runde 5: Nach der Eröffnung kam ich in eine leicht bessere Stellung, in der mir jedoch ein Fehler unterlief. Durch einen Damenrückzug hatte mein Turm keine Felder mehr und ich musste die Qualität geben. Ich bekam allerdings mit der Zeit immer mehr Kompensation durch erst einen, dann zwei Freibauern am Damenflügel. Nachdem mein Gegner die Qualität wieder verlor, stand sein König sehr unsicher, was ich zum Sieg ausnutzen konnte.

Runde 6: Mein Gegner bekam Spiel am Damenflügel und gelangte leicht in Vorteil. Ich verlagerte das Spiel auf den Königsflügel und es entstand eine ausgeglichene Stellung, in der ich keinen Plan fand. Daher endete die Partie remis.

Runde 7: Ich geriet nach der Eröffung in eine schlechtere Stellung, welche mein Gegner jedoch ungenau weiterspielte. Ich bekam zwei Freibauern im Zentrum, für die er eine Figur geben musste. Es entstand ein ausgeglichenes Endspiel, in dem ich langsam in Vorteil kam. Nachdem ich die Damen tauschen konnte, stand ich auf Gewinn. Leider stellte ich nach etwa fünf Stunden einzügig einen Springer ein und verlor sogar noch.

Runde 8: Um mich aus einer passiven Stellung zu befreien, opferte ich die Qualität für einen Bauern und versuchte, seinen König anzugreifen. Dies zwang ihn später zur Rückgabe der Qualität und ich bot angesichts eines schlechteren Endspiels remis, was mein Gegner akzeptierte.

Runde 9: In einer scharfen Variante griff ich am Königsflügel an und opferte zwei Bauern. Ich übersah dabei einen Zug, der mich in Vorteil gebracht hätte und nach einem Qualitätsopfer meines Gegners musste ich mich gegen einen starken Freibauern verteidigen. Nachdem er den Bauern opferte, um meinen König anzugreifen, realisierte er, dass er die resultierende Stellung überschätzt hatte und es blieb ihm nichts Besseres als Dauerschach.

Meine Ergebnisse in Bad Wiessee 2016 (in Klammern die ELO der Gegner):

1:0 Wilhelm Grunert (1400) SK München-Südost
0:1 Philipp Germer (2167) SC Oberwinden
1:0 Kai-Ulrich Boldt (1745) SV Großauheim
remis Jörg Heimerdinger (2147) TSV Bindlach
1:0 Franz Scheckenbach (2159) SC Gröbenzell
remis Dieter Schatz (2167) SK Landau
0:1 FM Reiner Heimrath (2179) SC NT Nürnberg
remis Wolfgang Burchert (2103) SC Hansa Dortmund
remis Frank Dietze (2100) SG Leipzig


Bericht beim SC Forchheim



Ein antwort

  1. […] Robert Schütz Seit 20 Jahren gibt es die Offene Internationale Bayerische Meisterschaft (OIBM) in Bad Wiessee. Seit einigen Jahren von unserem früheren Oberliga-Kapitän Wolfgang Fiedler gemanagt. Diesmal zum letzten Mal in der repräsentativen Wandelhalle. Unter den diesmal 475 Teilnehmern sind auch unsere Spieler Adrian Wichmann und Robert Schütz, die neun Runden lang ihre Form testen. Wünschen wir Ihnen im topbesetzten Feld mit immerhin 28 Großmeistern viel Erfolg. Update: Mit 5,0 Punkten und Platz 157 dürfte Adrian Wichmann durchaus zufrieden sein (DWZ/ELO jeweils plus 17). Robert Schütz ließ die letzte Runde aus und holte 3,0 Zähler aus sechs Durchgängen (Rang 385; DWZ plus 49; ELO plus 32). Turnierseite Live-Partien Bericht in Adrians Schachecke […]

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